75 Jahre LZ Schmedehausen

75 jähriges Jubiläum des Löschzuges

Vom Feuer und seiner Bekämpfung

Text aus „Schmedehausen“ von Wilhelm Schenkel, 1953

Wer die Heimat will bewahren,
Der schütze sie vor Brandgefahren!

Die Menschen auf dem Lande haben schon vor Jahrtausenden den Segen wie auch den Fluch des Feuers kennen gelernt. Sie wussten um die verzehrende Kraft dieses gefährlichen Elements, das in „tosenden Gewitterstürmen vom Himmel herabblitzte“ und dann oftmals Haus und Hof und Hab und Gut in Asche legte. Sie wussten es aber auch als Licht-, Kraft- und Wärmespender in ihren Dienst zu stellen und, was ebenso notwendig und wichtig war, zu beherrschen und zu bewachen. Weit größer als heute waren damals noch die Brandgefahren. Man denke doch nur an die Fachwerkhäuser mit ihren leichtbrennbaren Strohdächern, die bis um die Jahrhundertwende auch hier in Schmedehausen noch Menschen, Vieh und Erntefrüchte beherbergten.

Überall auf den Höfen brannten in den Bauernküchen noch die offenen Herdfeuer, deren Rauchschwaden sich in alten Zeiten den Weg nach draußen durch Luken und Luftklappen selbst suchen mussten. Wie leicht konnte da durch auffliegende Funken ein Brand entstehen. Heu, Stroh und Flachs lagerten noch vielfach auf der Tenne, die noch nicht wie heute durch eine „Scherwand“ von dem Küchenraum getrennt war. Wenn auch durch die Dorfverordnung vom 27. Juli 1715 das Arbeiten bei offenem Licht auf der Tenne verboten war, wenn auch der Bauer und der Knecht bei Kornabwerfen keine Tabakpfeife im Munde haben durften, so war dadurch die Gefahr des Brandes keineswegs gebannt.

Immer wieder brachen neue Feuersbrünste aus, die Not und Elend auf den Höfen hervorriefen. Um dieser Gefahr zu begegnen, führte man 1768 im ganzen Fürstbistum Münster die sogenannte Brandsozietät ein, durch die alle Gebäude ohne Inventar gegen Brandschäden versichert wurden. Sämtliche Hofbesitzer hatten für je 5 Taler ihrer Versicherungssumme 1-4 Pfennige aufzubringen. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die Häuser nummeriert. Man begann im westlichen Teil der Bauerschaft auf dem Hof Plagemann, der die Hausnummer 1 erhielt. Alsdann ging man der aufgehenden Sonne bis Averhaus entgegen, überschritt hinter Spieker die Glane und kehrte im großen Bogen bis Huckenbeck-Sandfort zurück, der die Nr. 45 bekam. Die späterhin erbauten Häuser erhielten jeweils die nächstfolgende Hausnummer. Als man dann um 1805 den Bauern anheim stellte, sich für die Brandbekämpfung gleich dem Dorf zwei Handdruckspritzen anzuschaffen, lehnten diese die Anschaffung für ihre noch mit Stroh bedeckten Häuser als vollkommen zwecklos ab. 1816 wurde die Provinzialfeuersozietät ins Leben gerufen. Auch sie half lediglich den Brandgeschädigten. Was jedoch fehlte, das waren wirksame Maßnahmen zur Brandverhütung. Selbst die einheitliche Feuer-Polizei-Verordnung für die Provinz Westfalen aus dem Jahre 1841, nach der die Feuerstellen und Kamine einer regelmäßigen Kontrolle unterlagen, hatte nicht den durchschlagenden Erfolg, den man sich anfänglich von ihr versprochen hatte. Die ersten Kamine hierzulande blieben nach wie vor eine Gefahr für den Hof. Sie reichten vom Dachboden bis zum First und bestanden aus mit Lehm beschmierten Holzsprenkel-wände, die durch vier dünne Eichenpfosten gehalten wurden.

Da es zu der Zeit noch keine Streichhölzer gab, musste das Feuer dauernd angehalten werden. Abends scharrte man mit der „Füerschofel“ die glühenden Holzteilchen zusammen, legte ein Stück Torf darauf und deckte das ganze mit Asche ab. Um einer Brandgefahr vorzubeugen, setzte man dann noch eine sogenannte „Füerstölpe“ darüber. Am nächsten Morgen wurde kurz mit dem „Püster“ die Glut bis zur Flamme wieder angeblasen. War aber trotz der Vorsorge das Feuer erloschen, dann ging es an „dat Füerhalen“. Mit einem für diesen Zeck bereit gehaltenen Gefäss lief man zum Nachbarn und holte sich dort ein paar glühende Kohlen., Dabei wurden in Eile einige Worte gewechselt, und dann ging es schnellstens wieder zurück, denn nach dem Frühdrusch musste „der Fett- und Wurstsoppen“ auf dem Tisch bereitstehen. Hatte aber der Nachbar, was bisweilen auch vorkam, selbst kein Feuer mehr, so begann man daheim mit dem „Selbstzünden“. Man nahm zu diesem Zweck einen Holzschwamm und einen Feuerstein in die linke Hand und schlug mit einem Stahl, den man mit der rechten hielt, solange auf den Feuerstein, bis durch die springenden Funken der Schwamm glühte. Alsdann wurde der Schwamm mit Werg umwickelt und in einen sogenannten „Tündelpott“ (Zündtopf) gesteckt, der mit leicht brennbaren Stoffen halb angefüllt war. Um nun ein brauchbares Feuer zu bekommen, schwenkte man mittels einer Leine diesen mit Luftlöchern versehenen Topf so oft hin und her, bis die Flammen herausschlugen. Jetzt konnte das Herdfeuer wieder angezündet werden und die Kocharbeit beginnen. In der Regel wurde aber das Feuer vom Nachbar geholt. Eine alte Redewendung aus längst vergessener Zeit erinnert noch daran. Hatte einer es eilig, dann sagte für gewöhn-lich die Bäuerin: „Nu wills faodens wier wägg, dat was jä män so’n Füerhalen!“

Wie schon gesagt, vor hundert Jahren gab es hier keine Streichhölzer. Die ersten, die 1860 in den Handel kamen, waren die gefährlichen phosphorisierten langen Schwefelhölzer. An der trockenen Reibfläche ließen sie sich entzünden. Wollte ein Bauer sich Pfeifchen anstecken, so zog er sein rechtes Knie hoch und benutzte die dadurch sich straffende Hose als Reibfläche. Manches Hosenbein bekam so mit der Zeit einen Phosphorstreifen und wurde an diese Stelle durchgerieben. „Wi brukt“, so sagg de Buer, „nu kine Funken mähr ratzen, wi riet us dat Füer ut’n Batzen“.

Später kamen die Vulkanhölzer auf. Auch sie waren ebenso wie alle übrigen Sorten leicht entzündbar und bildeten darum für den Hof und das übrige Anwesen nach wie vor eine unverkennbar große Gefahr. Brach ein Phosphorköpfchen ab, was sich nie ganz verhindern ließ, so konnte es sich später unter dem Tritt der Holzschuhe entzünden, und ehe man sich versah, stand die Tenne, die Scheune oder der Holzschuppen schon in hellen Flammen.

Auch mancher Heidebrand wird so seine Ursache gehabt haben. Vor Jahrhunderten waren es meistens die Söldnertruppen und Fuhrleute, die ihre Lagerfeuer im Winde verwehen ließen und so zu Heidebränden Veranlassung gaben. Sie zu löschen, daran dachten nur wenige. Das Feuer ließ man einfach weiterlaufen, bis es keine Nahrung mehr fand oder im Laubholz-Gestrüpp erstickte.

Zu den offenen Feuern, die durchweg alle eine Gefahr für den Hof darstellten, zählten auch die alten Öllämpchen, die in früheren Jahren auch in Schmedehausen in allen Bauernstuben brannten. Es waren flache, schalenartige Kännchen, aus Eisenblech geschmiedet, die vorne eine kleine Ausbuchtung hatten, aus der ein schmaler Docht herausstand. Sie wurden mit Rüböl gefüllt, was sich immer noch billiger stellte als das teure Kerzenlicht, zu dem man guten Bienenwachs benötigte. Das Licht war trüb, und selbst wenn mehrere solcher Lämpchen leuchteten, konnte man die in der Wohnstube sich aufhaltenden Personen nur schwach erkennen. Und doch wurde an den langen Winterabenden bei solchem Licht noch tüchtig gearbeitet. Niemand saß müßig herum. Es wurde genäht und gestrickt, gestopft und gewimpelt, gesponnen und gewebt. „Wann’t doch eenmaol Sün’ Peter wüör!“ (22.2.), so hörte man die Leute klagen. „Sün’ Peter“ gab wieder die Hoffnung auf ein baldiges Längerwerden der Tage.

In den siebziger Jahren kamen die ersten Petroleumlampen in die Bauerschaft. Sie hatten zunächst auch noch eine offene Flamme. Man musste darum weiterhin sehr vorsichtig mit dem Licht umgehen. Als einige Jahre später der Zylinder hinzukam, war die Freude ob des hellen und für die damaligen Verhältnisse schönen Lichtes groß. Die alten Öllämpchen hatten damit für immer ausgedient und eine Zeit zum Abschluss gebracht, an die nur wenige Menschen heute noch denken.

Die Erhaltung des bäuerlichen Volksvermögens hatte von altersher auch in Schmedehausen einen gewissen Brandschutz notwendig gemacht. Man kannte die Gefährlichkeit des „Roten Hahnes“ und hatte darum überall da, wo die Glane nicht unmittelbar das Hofgelände berührte, vorsichtshalber eine „Waterkuhle“ angelegt. Brach ein Brand aus, dann waren nach altem Recht die Nachbarn die ersten, die mit Löscheimern und „Ishaken“ den Besitzern bei der Brandbekämpfung halfen. Auch die übrigen Bewohner der Bauerschaft empfanden es als eine hohe Verpflichtung, schützend und rettend mitanzufassen.

Als Schmedehausen 1878 eine Handdruckfeuerspritze erhielt, baute man späterhin da, wo heute hinter der Mühle der Transformator steht, das erste Spritzenhaus. Vikar Mellage, der in jenem Jahr hier in der Bauerschaft amtierte, entwarf die hierzu notwendige Feuerlöschordnung. Sie sei, da sie heute historischen Wert besitzt, nachfolgend im Wortlaut wiedergegeben.

Feuerlöschordnung für die Spritze in Schmedehausen

Im Falle eines Brandes ist schleunigst Anzeige zu machen. Es ist alsdann in der Kapelle ein Zeichen mit der Glocke zu geben (Erst Anschlagen an einer Seite, dann Durchläuten in drei Abständen).
Zur Herbeischaffung der Spritze sollen, sofern nicht einer der nächstliegenden Nachbarn mit Pferden zur Stelle ist, Schulze Borgling und Mühlenbesitzer Tümler (resp. Felix Schulze Jochmaring) verpflichtet sein.
Die Leute haben sich mit Eimern und Eishaken an der Brandstelle einzufinden.
Die oberste Leitung beim Brand führt der Amtmann, bei seiner Abwesenheit der Orts- bzw. der Bauerschaftsvorsteher.
Die Rettungsabteilung für die Bekämpfung des Feuers im Hause und die Herausschaffung der Gegenstände bilden zunächst die Handwerker Strotmann, Huckenbeck, Arnskötter und Dertenkötter. Diese wählen sich an der Brandstelle die notwendigen Gehülfen. Den Platz und die Wache für die geretteten Gegenstände bestimmt der Vorsteher.
Die Rohrführung übernehmen der Vikar und Bernhard Weiligmann. Als Schlauchführer fungieren Schuhmacher Hövelmann und Röhring.
Der Vorsteher bestimmt die Pumpmannschaften.
Die übrigen haben nach Weisung des Vorstehers zur Handhabung der Eimer eine Kette zu bilden.
Nach der Bewältigung des Brandes bestellt der Vorsteher eine Brandwache und nach hiesigem Ortsherkommen die Männer, die für die Wegräumung des Schuttes verantwortlich sind.

Für die jährliche Spritzenprobe sind jedes Mal Leute aus den beiden Be

irken Schmedehausen und Hüttrup heranzuziehen.
Ordnungswidrigkeiten gegen die Anordnungen des Vorstehers sind mit 1 – 6 Mark zu bestrafen.


Aus dieser Feuerlöschordnung ist klar ersichtlich, dass damals noch alle Männer der Bauerschaft es als eine ehrenvolle Aufgabe betrachteten, dem Nächsten in der Not zu helfen. Wenn ihre Mittel zur Feuerbekämpfung an den heutigen Verhältnissen gemessen auch noch sehr primitiv waren, so muss dennoch hervorgehoben werden, dass aus dem Gefühl der Zusammengehörigkeit immer wieder die Bereitschaft des Opferns erwuchs. Man empfand es daher als selbstverständlich, dem Brandgeschädigten auf irgendeine Art das schwere Los zu erleichtern, sei es, dass man ihm eine Balken schenkte oder ihm seine Hand- und Spanndienste zum Wiederaufbau anbot.

Durch die Aufstellung der Feuerlöschordnung hatte man bereits den Grundstein zur Bildung einer freiwilligen Feuerwehr gelegt. Die Aufgaben und Verpflichtungen der bei den Löscharbeiten beteiligten Männer waren genau umrissen, und sie unterstanden schein einer einheitlichen Führung, die für die vorschriftsmäßige Brandbekämpfung verantwortlich war. Zum Feuerlöschdirigenten hatte man im Oktober 1885 den Colon Berfeld (Everding, heute Schulte Everding) bestimmt.

Nach dem ersten Weltkrieg wurde in der Bauerschaft das Feuerlöschwesen weiter ausgebaut. Bernhard Untied nahm als Unterbrandmeister die Feuerwehrangelegenheiten selbständig in die Hand und ordnete sie nach dem Muster benachbarter Wehren. Einen sehr tüchtigen und rührigen Nachfolger fand er in dem Schulzen Albert Farwick, der am 15. Januar 1938 durch einen tragischen Unglücksfall ums Leben kam. Während seiner Zeit erhielt die freiwillige Feuerwehr ihre ersten Uniformen. Das alte Spritzenhaus wurde abgebrochen und der Aufbau eines neuen massiven Gebäudes an der Lengericher Chaussee beschlossen. Am 22. September 1927 beauftragte man daraufhin den Zimmermann Bernhard Huckenbeck gt. Wüller mit der Ausführung des Projektes, dessen Kostenvoranschlag sich auf 1.208,50 DM belief. Im Februar des nächsten Jahres wurde das neue Spritzenhaus abgenommen und für gut befunden. Nach dem Tode von Farwick übernahm der seinerzeitige Pächter und Müller der Schmedehausener Mühle, Josef Greweling als Unterbrandmeister den Halblöschzug der Freiwilligen Feuerwehr Schmedehausen. Er führte die Wehr durch die schweren Kriegsjahre des 2. Weltkrieges, in dem sie als Feuerlöschpolizei der Oberhoheit der Kommunalverbände entzogen und der Polizei unterstellt wurde. Neben dem bisherigen aktiven Zug mussten noch zwei weitere Züge so geschult werden, dass sie jederzeit einsatzfähig waren. Oftmals bis in die späten Abendstunden dauerten die hierzu erforderlichen Übungen, an die sich dann meistens noch dienstliche Besprechungen anschlossen,. Wie notwendig jedoch eine solche gründliche Ausbildung war, das zeigten bald die ersten Kriegsbrände bei Josef Berkenheide und Josef Dertenkötter, die durch Brandbomben verursacht wurden. Da die Jugend im Felde stand, hatten die Alten und die vom Wehrdienst Zurückgestellten die ganze Last des Feuerlöschdienstes auf ihre Schultern zu nehmen. Mit erhöhter Wachsamkeit verfolgte damals in all den Jahren die alliierten Anflüge, um im Ernstfall bei ausbrechenden Bränden sofort seine Männer alarmieren zu können. Was er und seine Feuerwehrmänner oftmals unter Einsatz ihres Lebens leisteten, das nahm man vielfach als Selbstverständlichkeit hin, für die sich jeder Dank erübrigte. 1943 bekam die hiesige Wehr ihre erste Motorspritze. Sie wurde bald als eine wesentliche Erleichterung bei der Feuerbekämpfung empfunden. Die Wasserentnahmestellen für die einzelnen Höfe wurden genauestens festgelegt und eine entsprechende Anzahl von Schläuchen beschafft, damit bei Bränden in kürzester Frist rettend eingegriffen werden konnte.

Auch nach dem Zusammenbruch nach 1945 fanden sich die Feuerwehrmänner bald wieder zusammen, um sich selbstlos und uneigennützig in den Dienst ihrer alten Aufgabe zu stellen. Am 22. April 1946 wurde der aktive Zug der Wehr erneut aufgefüllt und als Träger des Feuerschutzes auf seine Pflichten hingewiesen. Zwei Jahre später trat Greweling von seinem Amt als Unterbrandmeister zurück. Zehn Jahre lang hatte er das blaue Ehrenkleid des freiwilligen Feuerwehrmannes getragen und sich dadurch die Anerkennung im Kreise seiner Kameraden erworben. Nunmehr trat Kamerad Bernhard Bröcker, der eigens auf einem Lehrgang in der Technik des Feuerlöschwesens geschult worden war, an seine Stelle. Er trat mit seinen Männern dem „Landesverband der Deutschen Freiwilligen Feuerwehr“ bei, dessen Verbandsgruppe Westfalen-Lippe den hiesigen Bezirk umfasst.

Der Schmedehausener Wehr gehören z.Z. neben dem Brandmeister Bröcker 18 aktive und 47 Reserve-Mitglieder an. Sie unterstehen als Angehörige des Landkreises Münster dem Kreisbarandmeister Leo Tönker und als Angehörige des Amtsverbandes Greven wiederum dem Amtsbrandmeister der Stadt Greven. Ihre Satzungen sind auf dem außerordentlichen Verbandstag der Deutschen Freiwilligen Feuerwehr, Verbandsgruppe Westfalen-Lippe e.V. am 19. November 1950 in Hamm i.W. beschlossen worden.

Die Wehr verfügt heute über eine tragbare Motorspritze, ein sogenanntes TS 8 – Gerät, das in der Minute 800 Liter bringt, und außerdem über einen Saugschlauch sowie 200 Meter B- und 200 Meter C-Schläuche.

Als Jubilare, die bereits 25 Jahre hindurch treu zu Wehr standen und somit die edle Tugend der Kameradschaft in Ehren hielten, verdienen genannt zu werden:

Bernhard Untied Unterbrandmeister
Wilhelm Sch. Beckendorf Oberfeuerwehrmann
Heinrich Bröcker Oberfeuerwehrmann
Josef Böhmer Oberfeuerwehrmann
Linus Böhmer Oberfeuerwehrmann
Heinrich Hemker Oberfeuerwehrmann
Anton Hölscherklas Oberfeuerwehrmann
Bernhard Horstmann Oberfeuerwehrmann
Alfons Sch. Jochmaring Oberfeuerwehrmann
Linus Sch. Jochmaring Oberfeuerwehrmann
Wilhelm Kamp Oberfeuerwehrmann
Heinrich Krüker Oberfeuerwehrmann

Über 50 Jahre gehörte der freiwilligen Feuerwehr Schmedehausen der Oberfeuerwehrmann und Senior Josef Weiligmann an. Den letzteren trug man am 6. Dezember 1946 unter Anteilnahme der gesamten Feuerwehr zu Grabe. Ihm sei seiner Verdienste wegen, die er sich um den Fortbestand der hiesigen Wehr erworben hat, ein bleibendes Gedenken bewahrt.

Im Laufe der Jahre sah man auch hier in der Gemeinde manchen Bauernhof und manche Scheune in Flammen aufgehen. Feststellen ließen sich folgende Brände, von denen einige noch in lebhafter Erinnerung sind:

Der Hof des Landwirtes Dabeck-Plagemann
Der Hof des Schulzen Alfons Jochmaring Hof des Bauern Hagenstett
Der Hof des Landwirtes Gerstekamp-Reinker

1882 Der Hof des Bauern Averhaus
1893 Der Wohnsitz des Bäckers Weiligmann und der Hof des Bauern Spieker
1919 Die Scheune des Bauern Brüggemann-Stegemann
1922 Die Scheune des Bauern Bettmann
1923 Der Hof des Bauern Hövelmann-Berkenheide und der Hof des Landwirtes Freese-Kuhrmann
1935 Die Scheune des Kötters Dudnik
1938 Der Hof des Landwirtes Schäpermeier
1943 Der Schuppen des Landwirtes Josef Berkenheide
1943 Der Hof des Landwirtes Dertenkötter
1944 Die Scheune des Bauern Everding
1945 Der Hof des Landwirtes August Bettler
1945 Der Hof des Landwirtes Manecke
1945 Der Hof des Landwirtes Dertenkötter (zum zweiten Mal)
1947 Der Hof des Bauern Heinrich Krüker, die Scheune des Bauern Bernhard Horstmann
und die Scheune des Landwirtes Böhmer
1948 Die Stallungen des Bauern Linus Sch. Jochmaring.

Unwiederbringliche Werte gingen durch diese Brände oftmals verloren. Wenn dennoch vielfach die Brandschäden als bloße Geldangelegenheit angesehen wurden, mit der sich nachher die Versicherungsgesellschaften zu befassen hatte, so gilt es trotzdem zu bedenken, dass es sich hierbei auch, wie schon zu Anfang dieses geschichtlichen Abschnittes angedeutet, um eine Schmälerung unseres Volksvermögens handelte, der in Zukunft unter allen Umständen Einhalt zu gebieten ist. Das gilt insbesondere auch für die Wald- und Heidebrände, die in den meisten Fällen durch sträflichen Leichtsinn und Nichtbeachtung gesetzlicher Bestimmungen verursacht wurden. In den Jahren vor der Markenaufteilung wurde den Heidebränden noch nicht die Bedeutung beigemessen, wie heute. Der Holzbestand war teilweise noch sehr dürftig, und an eine Bepflanzung dachten die wenigsten. Was an Birken wuchs, dass hatte sich selbst eingesät. Ein täglicher Besucher dieser Markengründe war der Schäfer mit seiner Herde. Wo das Heidekraut ihm zu lang oder zu alt erschien, da ließ er es einfach durch Feuer abglühen. So kam es, dass in Zeiten sommerlicher Dürre oftmals ein Heidebrand weithin durch Rauchschwaden die Luft verdunkelte. Der Verhältnisse änderten sich mit einem Schlage, als man nach der Aufteilung der weiten Heidedistrikte zur Kultivierung und Einsaat schritt. Fortan hatte man das größte Interesse daran, auch jeden Heidebrand einzudämmen und zum Erlöschen zu bringen. Einer der ersten Großbrände dieser Art, die man mit einem ansehnlichen Aufgebot an Männern bekämpfte, war der Heidebrand um 1865. Gerstekamps Matten, sowie die ausgedehnten Heidegründe von Bettmann und Forsthove brannten vollkommen kahl. Auch bei Brockötter vernichtete das Feuer die Heide um das sogenannte „Kämpken“.

An späteren Wald- und Heidebränden, denen zum Teil große Werte an deutschem Volksvermögen zum Opfer fielen, sind noch zu verzeichnen:

Wald- und Heidebrand bei HovemannWald- und Heidebrand bei Möllerbernd-Schröder1911 Wald- und Heidebrand bei Günnigmann
1917 Wald- und Heidebrand bei Linus Sch. Jochmaring
1919 Wald- und Heidebrand bei Bettmann-Forsthove
1922 Wald- und Heidebrand wiederum bei Günnigmann
1928 Wald- und Heidebrand bei Bettmann
1944 Wald- und Heidebrand bei Everding
1951 Wald- und Heidebrand abermals bei Linus Sch. Jochmaring.

Ein furchtbares Flammenmeer raste bei all diesen Bränden über die grüne Heide, und mit Grauen denken die Bewohner der Bauerschaft noch an die zerstörende Gewalt dieser feurigen Lohe. Den Wald und die Heide vor solchen Bränden zu schützen, ist die Verpflichtung jedes einzelnen, der seine Heimat liebt; die Brände zu bekämpfen, ist eine der Hauptaufgaben der freiwilligen Feuerwehr, die sich bislang getreu ihrer Devise „Gott zur Ehr’, dem Nächsten zu Wehr“ für die Erhaltung von Gut und Leben einsetzte.


1954 - 75jähriges Bestehen
Noch waren in der näheren und weiteren Umgebung die Feiern aus Anlass des 1000jährigen Bestehens der Bauerschaft im Vorjahr in bester Erinnerung, da galt es schon wieder einen besonderen Festtag zu begehen: Am Sonntag, dem 04. Juli 1954 feierte die Schmedehausener Wehr ihr 75jähriges Jubiläum.
Am Morgen nahmen die Feuerwehrkameraden am Festhochamt teil, das unter Mitwirkung des Kirchenchores in der Schutzengelkirche gefeiert wurde. Dechant Scholz wies in seiner Predigt auf den Schutzpatron der Feuerwehren, den hl. Florian, hin und forderte die Feuerwehrmänner auf, auch in Zukunft genau so einsatzbereit, wie ihr Patron zu sein. Im Anschluss an die Festkundgebung mit Ansprachen und Jubilarehrungen im Saal Weiligmann fand der große Festzug durch das mit Fahnen, Wimpeln und Empfangsbögen mit einem großen roten Hahn geschmückte Dorf zum Schulplatz statt, wo den Zuschauern eine Schau- und Alarmübung geboten wurde. Unter anderem führte die Grevener Wehr moderne Brandbekämpfung mit einem Tanklöschfahrzeug und dem Schaumlöschverfahren durch. Nachdem man in den drei Gaststätten des Dorfes ausgiebig den Gewinn der ersten Fußballweltmeister-schaft für Deutschland gebührend gefeiert hatte, traf man sich am Abend am Kanal, wo der Festtag mit einem großen Feuerwerk zu Ende ging.